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Stiftungsumfrage - Fachverband Deutscher Heilpraktiker
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Der „typische“ Heilpraktiker? Ein Faktencheck!

Die Umfrage erfolgte repräsentativ unter den Mitgliedern der Trägerverbände sowie weiterer Berufsverbände über deren jeweilige Mitgliederzeitung. Jedes Mitglied hatte die gleiche Chance teilzunehmen. Der Fragebogen konnte der Zeitschrift entnommen und ausgefüllt per Post oder Fax zurückgesendet oder direkt online beantwortet werden. Selbstverständlich wurde die Anonymität gewahrt. Insgesamt beantworteten 1067 Personen den Fragebogen.

Die Mehrheit der Teilnehmenden antwortete per Post (n=553, 51,8%), gefolgt von einer Rücksendung per Fax (n=345, 32,3%). Das Angebot, den Fragebogen online auszufüllen, nutzte rund ein Sechstel der Teilnehmenden (n=169, 15,8%).

Das Vorgehen ist deutlich aufwändiger in der Auswertung als eine Online-Umfrage.
Wie jedoch die am häufigsten gewählte Art der Rücksendung zeigt, ist es wichtig, verschiedene Teilnahmemöglichkeiten anzubieten, um tatsächlich Repräsentativität zu gewährleisten! Dadurch unterscheidet sich diese Umfrage von anderen, ausschließlich online durchgeführten Befragungen verschiedener Heilpraktikerverbände.

Abgesichert wurde die Repräsentativität durch einen Abgleich der Alters- und Geschlechterstruktur zwischen Teilnehmenden und den Mitgliederdateien.

Der gesamte Fragebogen (Datenerhebung 2016) kann hier eingesehen werden. 

Im Folgenden finden Sie die Ergebnisse in der Schnellübersicht. Wenn Sie zu einzelnen Punkten mehr wissen wollen, klicken Sie auf die jeweilige Schaltfläche dahinter "+".

Möchten Sie direkt zu einer detaillierten Auswertung, dann klicken Sie hier.

Eine ausführliche Darstellung der Situation der Berufsgruppe Heilpraktiker ist auch als Printversion vorgesehen.

Wir danken Frau Dr. Janine Freder, die im Auftrag der Stiftung die Studie maßgeblich durchgeführt hat, sowie Frau Dr. Utta-Kristin Leiße für die Aufbereitung der Daten.

* Die Stiftung Deutscher Heilpraktiker ist eine gemeinnützige Einrichtung zum Zweck der Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens auf dem Gebiet der volks- und naturheilkundlichen Diagnose- und Behandlungsmethoden. Folgende Berufsverbände sind der Stiftung angeschlossen: Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V. (FDH), Union Deutscher Heilpraktiker e.V. (UDH) und Verband Deutscher Heilpraktiker e.V. (VDH).

Auswertung

Der „typische Heilpraktiker“ ist…

(zu 74%) weiblich

Von den 1067 Personen, die an der Untersuchung teilnahmen, waren 1032 zum Zeitpunkt der Befragung als Heilpraktiker tätig.

Davon waren 768 Frauen (74 %) und 273 Männer (26%).

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zwischen 40 und 60 Jahre alt

1030 Umfrageteilnehmende machten Angaben zu ihrem Alter.

Die Teilnehmenden waren zwischen 29 und 85 Jahren alt. Das Durchschnittsalter betrug 52 Jahre (Median: 51 Jahre, Standardabweichung: 8,7 Jahre).

Dabei waren die Frauen durchschnittlich 51,3 Jahre alt (Median: 51 Jahre, 30-85 Jahre, Standardabweichung: 8,1 Jahre) und die Männer 52,8 Jahre alt (Median: 51 Jahre, 29-85 Jahre, Standardabweichung: 10,2 Jahre).

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wohnhaft in einer Kleinstadt oder im ländlichen Raum

1049 Umfrageteilnehmende machten Angaben zu der Größe der Ortschaft, in der sich ihre HP-Praxis befindet.

Die HP-Praxen der meisten Umfrageteilnehmenden befinden sich in einer Kleinstadt (n=335) oder im ländlichen Raum (n=327), nur ca. ein Fünftel praktiziert in einer Großstadt (n=236).

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Heilpraktiker mit unbeschränkter Erlaubnis

Die überwiegende Mehrheit der Umfrageteilnehmenden (n=1041, 98,5%) verfügt über eine unbeschränkte Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde.

16 Teilnehmende (1,5%) verfügen nur über eine sektorale Erlaubnis, wobei 15 (1,4%) davon die Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie angaben und 1 Person (0,1%) die Erlaubnis zur Ausübung der Physiotherapie.

Der Anteil der so genannten „sektoralen Heilpraktiker“ ist erwartungsgemäß gering, da diese Umfrage über Heilpraktikerverbände vermittelt wurde, die nur sogenannte „Vollheilpraktiker“ aufnehmen.

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im Vollerwerb tätig

Die Mehrheit der Befragten (n=694) betreibt ihre HP-Praxis im Vollerwerb. Bei den Männern ist der Anteil höher (80,7%) als bei den Frauen (63,7%).

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Der „typische Heilpraktiker“ hat…

Abitur

1058 Befragte beantworteten die Frage nach ihrem höchsten erreichten Schulabschluss.

Die Mehrheit (n=619) verfügt über einen Schulabschluss, der zur Aufnahme eines Studiums an einer Hochschule (Hochschulreife) berechtigt. Ein weiteres gutes Drittel (n=398) hat einen mittleren Schulabschluss (z.B. Realschulabschluss, MSA).

Nur 14 Teilnehmende haben einen Volksschulabschluss. Hierbei lag das Durchschnittsalter bei 63 Jahren.

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einen Ausbildungs- oder Lehrberuf erworben

982 Befragte machten Angaben zur beruflichen Qualifikation. Einen Ausbildungs- oder Lehrberuf hatten dabei 609 Personen absolviert, ein Hochschulstudium 303 Teilnehmende. 24 Befragte gaben an, einen anderen Abschluss zu haben und lediglich 46 Personen waren ohne Berufsabschluss. Allerdings haben von den Befragten ohne Abschluss 12 Personen eine Qualifikation erworben, die in Bezug zu einer Tätigkeit als Heilpraktiker steht, wie z.B. Osteopathie, Gestalttherapie, Yogalehrer u.ä..

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die Ausbildung zum Heilpraktiker an einer Heilpraktikerschule absolviert

888 Befragte gaben an, ihre Ausbildung zum Heilpraktiker ausschließlich an einer Heilpraktikerschule absolviert zu haben. 50 weitere Personen wählten eine Kombination aus Heilpraktikerschule und/oder Fern- bzw. autodidaktischer Ausbildung. Damit haben insgesamt 938 Befragte (89%) eine Heilpraktikerschule besucht.

95 Befragte wählten eine Fernausbildung oder eigneten sich das Wissen autodidaktisch an. Von diesen insgesamt 9% der Befragten, besitzen 39,5% eine weitere Qualifikation mit staatlicher Zulassung und direktem Bezug zum Gesundheitswesen (wie z.B. Krankenpfleger, Physiotherapeut, Masseur/med. Bademeister, Psychotherapeut).

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90 Stunden Fortbildung im Jahr auf seiner Agenda

86,3% (n=921) der Befragten gaben an, sich fortzubilden und das mit durchschnittlich 90 Stunden im Jahr (8-1000 Stunden, Median: 60 Stunden, Modalwert: 100 Stunden).

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Zusätzlich werden von 1034 Befragten zur Fortbildung weitere Möglichkeiten genutzt. 687 Befragte gaben an, sowohl Literatur- als auch Online-Weiterbildungen und auch noch andere Fortbildungsmöglichkeiten (wie z.B. Arbeitskreise) zu nutzen.

301 Teilnehmende nutzen ausschließlich literaturgestützte Möglichkeiten und 18 Befragte ausschließlich online-Optionen.

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Der „typische Heilpraktiker“ arbeitet…

vernetzt mit anderen Behandlern (anderen Heilpraktikern, Ärzten, Physiotherapeuten)

Fast drei Viertel (n=758, 71,0%) der Umfrageteilnehmenden gaben an, vernetzt mit anderen Behandlern zu arbeiten. Dabei wird vor allem mit anderen Heilpraktikern, mit Ärzten und Zahnärzten sowie Physiotherapeuten zusammen gearbeitet. Darüber hinaus gibt es auch Vernetzung mit Psychotherapeuten und anderen Behandlern (hier v.a. Hebammen, Ergotherapeuten und Apothekern).

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schwerpunktmäßig mit Arzneimitteln und manuell

Die Befragten sollten aus fünf Arbeitsschwerpunkten zunächst auswählen, welche in ihrer Praxis zum Einsatz kommen und dazu angeben, welchen Anteil diese jeweils an ihren Behandlungen ausmachen. Dabei sollten die genannten Bereiche sich zu 100% addieren. Von 825 Teilnehmenden wurden dazu gültige Angaben gemacht.

Die meisten Umfrageteilnehmenden (37,3%) wählten drei der fünf angegebenen Bereiche aus. Nur 6,4% der Teilnehmenden beschränken sich auf einen der Therapieschwerpunkte und fast der gleiche Anteil (6,1%) bevorzugt die Arbeit mit Therapiemethoden aus allen fünf Bereichen.

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Inhaltlich betrachtet arbeiten die meisten der Umfrageteilnehmenden (n=678) in der einen oder anderen Form mit nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, dicht gefolgt von manuellem Arbeiten (n=638). Diese beiden Tätigkeits-bereiche machen den Hauptanteil der Arbeit aus. Mit einigem Abstand folgen das Arbeiten mit Injektionen (n=393), energetische Arbeitsweisen (n=368) sowie psychotherapeutische Verfahren (n=352).

Fasst man den Begriff der Arbeit mit Injektionen so auf, dass auch hierbei letztlich Arzneimittel verwendet werden, dann spielt die Arbeit mit Arzneimitteln bei 42% der Behandler eine Rolle.

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mit (mindestens) 5 Therapiemethoden

1036 Umfrageteilnehmenden machten Angaben zu ihren bevorzugten fünf Therapiemethoden. Im Durchschnitt wurden 4,3 Therapieschwerpunkte angegeben. Die Mehrheit der Befragten (62,3%) nannte 5 Therapiemethoden. Da durch die Art der Frage nicht mehr als fünf angegeben werden durften, kann es sich hierbei um einen sogenannten Deckeneffekt handeln, d.h. die Therapievielfalt wird unterschätzt.

Insgesamt wurden 321 unterschiedlich bezeichnete Therapieschwerpunkte benannt. Dabei machen 45 Therapien 80% aller genannten Schwerpunkte aus. Dies zeugt von einer erheblichen Vielfalt und einem umfangreichen Wissen hinsichtlich der Diagnose- und Behandlungsmethoden, mit dem Vorteil, diese dann individuell auf den Patienten und sein Beschwerdebild ausrichten zu können.

Versucht man die genannten Therapieschwerpunkte zu übergeordneten Kategorien zusammenzufassen, was nicht eindeutig möglich ist, dann kommt man zu ähnlichen Zahlen und damit der gleichen Reihenfolge, wie im vorher genannten Punkt: Zunächst steht die Arbeit mit Arzneimitteln, danach Manuelle Therapien, Energetisches Arbeiten und Psychotherapeutische Verfahren.

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in der eigenen Praxis und ohne Mitarbeiter

86,3% der 1035 Befragten, die diese Frage beantworteten, arbeitet ausschließlich in ihrer eigener Praxis, 7% (n=72) arbeiten sowohl in ihrer eigenen Praxis als auch anderweitig. 6,1% sind ausschließlich in einer Gemeinschaftspraxis tätig, während 0,5% ausschließlich in einer HP-Praxis angestellt sind.

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Zur Frage, ob sie alleine in ihrer Praxis arbeiten oder mit Mitarbeitern machten 1021 Befragte eine (gültige) Angabe. Die meisten Umfrageteilnehmenden (81,1%) arbeiten allein in ihrer Praxis. Die restlichen Teilnehmenden (14,6%) arbeiten mit Angestellten, Assistenten und/oder Aushilfen zusammen. Als Mitarbeiter zusammengefasst haben somit 7,3% der Befragten einen Mitarbeiter, 4% haben zwei, 1,9 % arbeiten mit 3 Mitarbeitern, 0,7% mit vier und 1,4% mit mehr als vier Mitarbeitern in der Praxis zusammen.

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Der „typische Heilpraktiker“ behandelt…

bis zu 30 Patienten in der Woche

970 Umfrageteilnehmende (90,9%) machten Angaben zur Anzahl ihrer Patientenkontakte in einer durchschnittlichen Woche. Die überwiegende Mehrheit (73,1%) hat bis zu 30 Patientenkontakte in einer durchschnittlichen Arbeitswoche. Der Durchschnitt liegt bei 21,8 Patientenkontakte pro Woche, die Variationsbreite ist dabei allerdings sehr hoch (Range: 0,5-325). Eine vorsichtige Hochrechnung der Patientenzahlen pro Woche auf ein Jahr mit 46 Arbeitswochen ergäbe, dass ein Heilpraktiker im Jahr ca. 1003 Patientenkontakte hat (natürlich auch das mit erheblichen Abweichungen).

Insgesamt lohnt es sich, hier genauer hinzusehen und die Angaben zu unterscheiden hinsichtlich der Variablen Mitarbeiteranzahl und Voll- oder Teilerwerbspraxis.

970 Befragte machten Angaben zur Anzahl der Patientenkontakte und zur Mitarbeiterzahl.
Dabei zeigte sich, dass nur 10,8% derjenigen, die alleine arbeiten, mehr als 30 Patientenkontakte pro Woche haben, während in einer Praxis mit mindestens einem Mitarbeitenden in der Mehrheit der Fälle (66,7%) mehr als 30 Patienten pro Woche behandelt werden.

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957 Befragte machten Angaben zur Anzahl der Patientenkontakte und zur Art der Praxis.
Dabei hatten fast ausschließlich (98%) nur die Befragten mehr als 30 Patientenkontakte pro Woche, die im Vollerwerb als Heilpraktiker tätig sind. Bis zu 30 Patienten pro Woche zu haben, gaben dagegen sowohl Heilpraktiker an, die im Vollerwerb (61%) arbeiten als auch solche, die im Nebenerwerb (39%) tätig sind. Anders ausgedrückt bedeutet das, dass im Nebenerwerb bis zu 30 Patientenkontakte typisch sind (99%), während im Vollerwerb 28% mehr als 30 Patientenkontakte in der Woche haben.

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bei einem Wochenhonorar von bis zu 600 €

899 Umfrageteilnehmende (84,3%) gaben ihr durchschnittliches Wochenhonorar an. Dieses beträgt 962,80 €, wobei auch hier sehr große Unterschiede auszumachen sind (Range: 2 €-15.000 €). Der Median liegt bei 600 €.

Setzt man das Wochenhonorar zur Anzahl der Patientenkontakte in Beziehung, so erzielt ein Heilpraktiker im Schnitt ein Honorar von 44,51 € pro Patientenkontakt.

Auch hier sollen im Folgenden die Variablen Mitarbeiteranzahl und Voll- oder Teilerwerbspraxis in die Betrachtung miteinbezogen werden.

757 Teilnehmende arbeiten alleine in ihrer Praxis und beantworteten die Frage nach ihrem durchschnittlichen Wochenhonorar. Bei dieser Gruppe liegt der Durchschnittsverdienst pro Woche bei 676,70 € (Median: 600 €, Range: 2 € - 4.000 €).

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886 Befragte gaben sowohl ihr durchschnittliches Wochenhonorar als auch die Art der Erwerbstätigkeit an.
Die Mehrheit derer, die ein Wocheneinkommen von mehr als 600 € erzielen, arbeiten im Vollerwerb (92%). Demgegenüber erreichten nur 8% der im Nebenerwerb Tätigen ein solches Honorar. Nichtsdestotrotz erzielten auch ein Drittel derjenigen, die im Vollerwerb praktizieren (34%), nur Wocheneinnahmen von bis zu 600 €.

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seine Patienten nicht (nur) aus finanziellem Kalkül

1001 Befragte beantworteten sowohl die Frage nach der Existenzsicherung als auch die nach der Erwerbstätigkeit.

Einerseits betreiben 65% (n=688) der Befragten ihre Praxis im Vollerwerb. Andererseits gaben nur 42% (n=425) aller Befragten an, dass die Einnahmen aus der Praxistätigkeit zur Existenzsicherung ausreichen.

Schaut man sich die Verteilungen genauer an, sieht man, dass 40 % (n=275) der im Vollerwerb Tätigen nicht von den Einnahmen aus ihrer Praxis leben können.

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